LOST

Film — SE am 24.05.2010 um 17:39 Uhr. Kommentare (0).

(Kann Spuren von Spoilern enthalten.)
(Der Text wurde nicht Korrektur gelesen. Es kann sein, dass ganze Sätze keinen Sinn ergeben.)
(Die Einleitung wesentlich länger als die Kernaussage. Wie gewohnt.)
(Der Autor hat 48 Serien gesehen, davon 20 vollständig oder bis zur aktuellsten Episode. Die Zahl angetesteter Serien lässt sich nicht mehr genau bestimmen, dürfte aber zwischen 130 bis 150 liegen.)

Man kann sich beschweren, dass ich Lost nicht auf die Weise geschaut habe, die den Fans als die vermeintlich richtige erscheint: Über sechs Jahre hinweg, Episode für Episode und mit Diskussionen, welche Bibliotheken füllen könnte. Das liegt daran, dass ich kein großer Fan von Cliffhanger-fixierten Mysteryserien bin. Aus dem Grund habe ich auch erst vier Episoden Flash Forward gesehen. Serien müssen ein Ende haben und heutzutage, also in Zeiten, in denen der Martk groß ist und einzig an den Quoten und Einnahmen orientiert sein muss, kann es immer passieren, dass eine Serie einfach abgesägt wird. Obwohl Heroes nach der ersten Staffel so stark nachgelassen hat, hasse ich die Verantwortlichen für das Einstellen, und Subway bin ich einfach nur ewig dankbar, dass sie Chuck gerettet haben. Es gibt nichts Schlimmeres als unabgeschlossene Serien. Außer Serienfinale, die einem völlig im Regen stehen lassen, mit der furchtbaren Gewissheit, dass es trotzdem zu Ende ist.

Selbst gelungene Serienfinale lassen einen bereits mit einem Kloß im Hals zurück. Paradebeispiele sind hier Oz und Friends. Beide Serien hatten kaum schwache Episoden und wurden konsequent zu Ende erzählt. Natürlich war man trotzdem den Tränen nahe, denn man sollte sich von einem geliebten Cast verabschieden, zu dem man, das klingt absurd, aber einige Serienjunkies werden verstehen, was ich meine, eine beinahe freundschaftliche Beziehung führte.

Mein Gegenbeispiel, und da scheiden sich die Geister, ist Sopranos. ich war völlig geschockt. Es ist keinesfalls so, dass Sopranos in seiner Erzählweise inkonsequent wäre. Das Gegenteil ist der Fall. Sopranos hat ein, für das Mafiagenre typisches, sehr langsames Erzähltempo. Genau wie bei den Filmen ist der Spannungsbogen gestreckt, flach und unglaublich subtil. Das Mafiagenre erzählt keine Thriller, dieses Genre erzählt Chroniken und letztendlich gibt es eine Gewalttat, die das Ende einer Ära verdeutlicht, und trotzdem bleibt alles offen. Bei Filmen ist das völlig in Ordnung, bei Serien ist es brutal.

Heute, in den nach mitteleuropäischer Zeit frühen Morgenstunden, endete dann Lost, nach Meinung der vielen Fans die beste Serie des letzten Jahrzehnts. Oder aber, wie es viele Kritiker sehen, die größte Verarsche, die je gesendet wurde. Beides ist falsch, denn es hängt von dem eigenen Verhalten gegenüber Serien ab. Grob kann man die Zuschauer in drei Lager einteilen.

Die erste Gruppe ist dabei bei Lost irrelevant: Die Krimi-Gucker. Die Fans von CSI-Abklatsch 27. Die Zuschauer, die House zu unglaublichem Erfolg verholfen haben, obwohl die Stärke von House ja gar nicht im wöchentlich neuen Fall liegt, sondern in der Hintergrundstory. Insbesondere hier in Deutschland bilden sie meines Wissens den wichtigste Zielgruppe, weswegen deutsche Serien nie über Tatort und Cobra 11 hinaus gekommen sind. Einen symphatischen Ermittler oder ein Ermittlerteam wie Thiel und Boerne, Gerkhan und Kranich oder Monk, ein paar markige Sprüche zum Schmunzeln, jede Woche ein neues Rätsel, welches man danach vergessen kann und der Serienabend ist bereits gerettet.

Die beiden anderen Gruppen stellen eine längerfristige Bindung zu Serien her. Die auf den ersten Blick wichtigere Gruppe für Lost, sind die Big Plot-Gucker, für die es nur eigentlich nur sehr wenige Serien gibt. Das ist eigentlich nicht schlimm, denn Big Plot-Guckern reicht eine Serie, in die sie sich völlig hineinsteigern können. Mir fallen hier auch nur wenige Beispiele ein. Da wären Lost, Heroes, Flash Forward, Jericho, 24,eventuell Alias und Smallville. Eine Abgrenzung zur dritten Gruppe fällt auch relativ schwer, denn bei den meisten Serien ist der Big Plot nicht das große Mysterium, das es aufzulösen gilt, sondern zwischenmenschlich und fällt damit automatisch der letzten Zielgruppe in die Hände.

Diese nenne ich, was im ersten Moment abwertend klingt, Soap-Gucker. Soap-Gucker können sich generell für alles begeistern, denn Drama gibt es wirklich in ausnahmslos jeder Serie, von Star Trek bis zu Sex and the City. Die meisten Frauen fallen in diesen Stereotyp, deswegen sind die Beispiele so naheliegend: Desperate Housewives, Friends, Grey’s Anatomy, Gossip Girl, Greek, Gilmore Girls. Im Prinzip verfolgen auch einen Big Plot, allerdings einen völlig anderen. Der Hatch, das Monster und die Dharma Initiative können einem mal völlig am Arsch vorbeigehen, wenn doch bitte, bitte Claire und Charlie sich wieder verstehen. Einfacher ausgedrückt: Soap-Guckern hat das Lost-Finale mit großer Wahrscheinlichkeit gefallen.

Es ist tatsächlich so, dass die Lost-Macher sich in einer so extravaganten, mit Mysterien überwucherten Story verwickelt haben, dass auch mir kein sinnvolles Ende mehr eingefallen wäre. Zumal die sechste Staffel meiner Meinung nach alles nur noch schlimmer gemacht hat. Die Hintergrundgeschichten von Richard, Jakob und dem Black Smoke, das Tempelinnere und der Zweck der Gestrandeten auf der Insel wurden zwar aufgedeckt, haben die großen Fragen nicht beantwortet und gleichzeitig noch neue Fragen aufgedeckt. Der kleine Teil Big Plot-Gucker in mir ist maßlos enttäuscht und ist es bereits seit Lockes Tod.

Der Soap-Gucker ist zwar nicht zufrieden, aber glücklich.

[Filme] Action im ersten Quartal 2010: THE TOURNAMENT, NINJA ASSASSINE und THE BOONDOCK SAINTS II: ALL SAINTS DAY

Film — SE am 18.03.2010 um 20:00 Uhr. Kommentare (3).

Eine kleine Klarstellung der Definition vorneweg: Unter Action wird hier die klare Auslegung des Films auf Gewalt- und Kampfdarstellung mit vollkommen zweitrangiger Story verstanden. In diesem Kontext sollte man auch die Bewertungen sehen.

The Tournament

In The Tournament von Scott Mann wird eine britische Kleinstadt von der Außenwelt abgeschnitten um als Arena für das blutigste Turnier der Welt zu dienen: Die besten Auftragskiller der Welt treten gegeneinander an. Um eine vollständige Live-Übertragung zu gewährleisten, haben die Veranstalter sämtliche Überwachungskameras der Stadt angezapft und die Gladiatoren mit Peilsendern ausgestattet, die gleichzeitig einen kleinen Sprengsatz enthalten, der ausgelöst wird, sollte nach 24 Stunden mehr als ein Killer leben.

Auch wenn die Story anderes vermuten lässt, ist The Tournament vergleichsweise unblutig und die Brutalität wird in einem angenehmen Rahmen gehalten. Natürlich fliegt hier und da ein Körperteil, aber auf überflüssige Folterszenen wird glücklicherweise verzichtet. Der Fokus liegt klar auf den verschiedenen Kampfstilen und der Waffenwahl der Protagonisten. Die Gewalt wird stilvoll in Szene gesetzt und selbst die Story, wenngleich eigentlich völlig überflüssig, ist gut erzählt und bietet ein, zwei Überraschungen. Die bekanntesten Schauspieler sind Ian Somerhalder (Lost, The Vampire Diaries), der einen völlig durchgeknallten Texaner spielt, und Ving Rhames (Mission Impossible I-III, Pulp Fiction) als amtierender Champion, der sich eigentlich bereits im Ruhestand befindet und nur teilnimmt, um seine Frau zu rächen.

6/10.

Ninja Assassine

Beim neusten Film der Matrix-Brüder Wachowski führte nicht nur James McTeigue (V for Vendetta) Regie, es waren zusätzlich noch die Stunt-Experten Chad Stahelski (Die Hard 4, 300, John Rambo) und Dave Leitch (Underworld: Evolution, The Bourne Ultimatum) engagiert. Bei so viel geballtem Know-How liegen die Erwartungen natürlich hoch und durchaus bietet Ninja Assassine die besten Martial Arts-Szenen und Kampf-Choreographien seit langen. Diese sind zudem in einer Blutigkeit dargestellt, die ihresgleichen sucht.

Wirklich niederschmetternd ist hingegen die Story, der dummerweise viel zu viel Spielzeit eingeräumt wird, als das man sie ignorieren könnte. Naomie Harris (28 Weeks Later, Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest) und Ben Miles (Coupling, urkomisch, wenn man seine Rolle in der britischen Sitcom kennt) zeigen schauspielerische Tiefstleistungen, während sie als Agententen des Europol in Berlin Nachforschungen über die neun Ninja-Clans anstellen. Raizo, gespielt vom koreanischen Popstar Rain, ist aus einer dieser Auftragskiller-Verbindungen ausgetreten und will Rache an seinem Mentor nehmen.

4.5/10

The Boondock Saints II: All Saints Day

Kommen wir zum Highlight. Lange musste man warten, doch endlich gibt es einen zweiten Teil des B-Movies mit Kultstatus, welcher in Deutschland besser unter dem Namen Der blutige Pfad Gottes bekannt ist. Und All Saints Day bietet alles, was man sich von einem Nachfolger wünschen kann: Irischer Charme, fluchende Hauptdarsteller, großartige Schießereien, dumme Mafiosi, strunzdümmere Ermittler, einen Gastauftritt von Willem Daffoe und die Ankündigung eines dritten Teils.

Die drei Heiligen hatten sich nach ihrem Krieg gegen die italienische Mafia und alle anderen Sünder eigentlich schon auf dem Land zur Ruhe gesetzt als ein Killer einen Priester umbringt und dabei den Verdacht auf sie lenken will. Die beiden Brüder packen ihre sieben Sachen, lassen ihren Vater in der idyllischen Berghütte zurück und ziehen los, den Fall auf ihre Weise aufzuklären. Auch Paul Smecker hat sich bereits zurückgezogen, weshalb Conner und Murphy sich diesmal mit der FBI-Agentin Eunice Bloom, gespielt von Julie Benz (Dexter), auseinander setzen müssen, die ähnlich exzentrische Ermittlungsmethoden wie ihre Vorgänger hat.

Bei All Saints Day passt von der Action über die Story bis zum Humor einfach alles. Man sollte ihn sich auf keinen Fall entgehen lassen.

8/10

82nd Academy Award (2)

Film — SE am 09.03.2010 um 00:00 Uhr. Kommentare (0).

Gestern Nach fand unter Moderation von Alec Baldwin und Steve Martin die 82. Oscarverleihung statt. Ich hatte die Gelegenheit, die Sendung zu verfolgen und lieferte auf Twitter witzig gemeinte, aber völlig unnötige Berichterstattung ab. Zu allem Überfluss hier jetzt eine etwas ausführlichere Zusammenfassung des Abends.

Bereits am Mittwoch schockte uns Neil Patrick Harris mit der zweiten Negativ-Schlagzeile (die erste war, dass Avatar neunfach nominiert ist) und minderte die Vorfreude deutlich.

ActuallyNPH: I will not be performing a duet with Martin Short to open the Oscars. Misinformation, I’m afraid. Should I maybe pull a Kanye, mid-show?

Umso größer die Überraschung, als er dann doch auf der Bühne stand und sang.

serlenborn: baaaaarney!! this night will be legen- wait for it… dary!!! love!

ActuallyNPH: I told you I wasn’t doing a duet…

Nach Harriss Auftritt wurden Alec Baldwin und Steve Martin, umringt von Engeln, auf die Bühne gelassen. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mir die Golden Globe-Moderation von Ricky Gervais, Co-Autor und Co-Regisseur der britischen Serie The Office, wesentlich besser gefallen hat. Gervais war nicht nur wesentlich lustiger als Baldwin und Martin, er war vor allen Dingen auch auf der Bühne anwesend. Die Oscar-Verleihung wäre ohne das Host-Pärchen nicht schlechter gewesen. Die letzte von mehreren Stars moderierte Verleihung fand übrigens 1987 statt.

Insgesamt lief die gesamte Show reichlich unspektakulär ab. Die nach den bisherigen Preisverleihungen naheliegenden Schauspieler und Filme gewannen die Major Awards. Hervor stachen nur die bezaubernde Carey Mulligan und der doppelte Oscar am Ende der Sendung für Kathryn Bigelow und The Hurt Locker, welcher insgesamt sogar sechs Oscars abräumte. Leider haben Mulligan und Bigelow mit ihren (Ex-)Männern Shia LeBeouf und James Cameron gezeigt, dass sie wohl eine Vorliebe für mir unsymphatische Männer haben. Dabei wirken die beiden Frauen so nett, bescheiden, zuvorkommend und höflich.

Als Jeff Bridges gewann, ist mir bei Twitter ein eh schon blödsinniger Witz durch das Auslassen eines Wortes missglückt. Da ich meine Tweets nicht editieren kann, verbessere ich das hier.

serlenborn: der rote teppich hat das zimmer erst richtig gemütlich gemacht.

Sehr passend und dezent schön war die In Memoriam-Montage und das dazu gespielte Musikstück. Wenn man sich die Zahl der Toten und die Namen darunter ansieht, kommt man zu dem Schluss, dass 2009 ein ziemlich beschissenes Jahr war. Insbesondere betroffen und überrascht war ich vom Tod Brittany Murphys, 33 Jahre ist definitiv zu jung. Peinlich war, dass Farah Fawcett und Bea Arthur in der Montage vergessen wurden. John Hughes, Drehbuch-Autor zahlreicher Jugenddramen und -Komödien, darunter die so ziemlich jedem bekannten Filme Kevin Allein Zuhaus und Der Frühstücksclub, wurde seperat erwähnt.

Den schlechtesten und dümmsten Auftritt legte Ben Stiller als Na’vi hin. Ursprünglich war die Szene mit Sacha Baron Cohen geplant. Ich komme mit Stiller nicht klar, in einem von zehn Fällen liege ich brüllend vor Lachen unter’m Tisch, in den anderen neun Fällen finde ich ihn ätzend und nervig. Diesmal fand ich’s so blöd, dass ich ihm direkt unterstellte, seine Na’vi-Kenntnisse seien gestellt.

serlenborn: als wahrer nerd spreche ich simlish, klingonisch und natürlich auch na’vi und das eben war geblufft.

Bedanken möchte ich mich bei ProSieben für die Originalton-Übertragung und die angenehm gestalteten Werbeunterbrechungen, in denen nur Musikvideos, Filmtrailer und Models in Unterwäsche zu sehen waren. Danke.

Alle Gewinner findet ihr unter anderem bei IMDb oder in der Wikipedia.

82nd Academy Award

Film — SE am 07.03.2010 um 20:00 Uhr. Kommentare (0).

Heute Nacht findet unter der Moderation von Alec Baldwin und Steve Martin die 82. Oscarverleihung statt. ABC überträgt ab 08:00PM Eastern Time (02:00 Uhr MEZ) vom roten Teppich. Sollte ich die Gelegenheit haben, die Sendung zu verfolgen, liefere ich auf Twitter witzig gemeinte, aber völlig unnötige Berichterstattung ab. Bevor ich meine persönlichen Favoriten und und die Filme, die in meinen Augen die größten Erfolgschancen haben, bekanntgebe, einleitend ein paar interessante Details.

Erstmalig seit 1944, damals gewann Casablanca, sind dieses Jahr mehr als fünf Filme in der Kategorie “Bester Film” nominiert. Für die Moderation war ursprünglich Sacha Baron Cohen gedacht. Diese Idee wurde aber von der Academy aufgrund der Uneinschätzbarkeit Cohens wieder verworfen. District 9 und Avatar sind die ersten als Best Picture nomierten Science Fiction-Filme seit E.T. 1982. District 9 ist außerdem der einzige für einen Major Award nominierte Film, der gleichzeitig zu den zehn am häuftigsten illegal heruntergeladenen Filmen 2009 zählt. Allem Erfolg zum Trotz wird James Cameron seinen mit Titanic aufgestellten Rekord von elf Oscars nicht einstellen können, denn sein Milliardenerfolg Avatar ist nur in neun Kategorien nominiert. Auf Rekordkurs geht hingegen Meryl Streep. Mit ihrer 13. Nominierung als Best Lead Actress löst sie Katharine Hepburn ab, die zuvor die meisten Nominierungen in dieser Kategorie hatte. Ein komplettes Novum stellen Up und Precious dar. Up ist der erste als Best Picture nominierte CGI-Animationsfilm und Precious der erste Film von einem afro-amerikanischen Regisseur in der gleichen Kategorie. Ebenfalls erwähnenswert ist, dass Hurt Locker erst der vierte als Best Picture nominierte Film, nach Seven Beauties von Lina Westmüller, The Piano von Jane Campion und Lost In Translation von Sofia Coppola, ist, bei dem eine Frau Regie führte.

Die für einen Major Award nominierten Filme sind:

Best Picture
Persönlicher Favorit: Inglourious Basterds
Größte Erfolgschancen: Avatar
Außerdem nominiert: The Blind Side, District 9, An Education, The Hurt Locker, Precious, A Serious Man, Up und Up In The Air

Best Director
Persönlicher Favorit: Kathryn Bigelow mit The Hurt Locker
Größte Erfolgschancen: James Cameron mit Avatar
Außerdem nominiert: Lee Daniels mit Precious, Jason Reitman mit Up In The Air und Quentin Tarantino mit Inglourious Basterds

Best Actor
Persönlicher Favorit: Jeff Bridges in Crazy Heart
Größte Erfolgschancen: Jeff Bridges in Crazy Heart
Außerdem nominiert: George Clooney in Up In The Air, Colin Firth in A Single Man, Morgan Freeman in Invictus und Jeremy Renner in The Hurt Locker

Best Actress
Persönlicher Favorit: Helen Mirren in The Last Station
Größte Erfolgschancen: Sandra Bullock in The Blind Side
Außerdem nominiert: Carey Mulligan in An Education, Gabourey Sidibe in Precious und Meryl Streep in Julie & Julia

Best Supporting Actor
Persönlicher Favorit: Christoph Waltz in Inglourious Basterds
Größte Erfolgschancen: Christoph Waltz in Inglourious Basterds
Außerdem nominiert: Matt Damon in Invictus, Woody Harrelson in The Messenger, Christopher Plummer in The Last Station und Stanley Tucci in The Lovely Bones

Best Supporting Actress
Persönlicher Favorit: Penélope Cruz in Nine
Größte Erfolgschancen: Mo’Nique in Precious
Außerdem nominiert: Vera Farmiga in Up In The Air, Maggie Gyllenhaal in Crazy Heart und Anna Kendrick in Up In The Air

Best Original Screenplay
Persönlicher Favorit: Quentin Tarantino mit Inglourious Basterds
Größte Erfolgschancen: Joel & Ethan Coen mit A Serious Man
Außerdem nominiert: Mark Boal mit The Hurt Locker, Alessandro Camon mit The Messenger und Tom McCarthy, Bob Peterson und Pete Docter mit Up

Best Adapted Screenplay
Persönlicher Favorit: Jason Reitman und Sheldon Turner mit Walter Kirns Up In The Air
Größte Erfolgschancen: Geoffrey Fletcher mit Sapphires Push (Precious)
Außerdem nominiert: Neill Blomkamp und Terri Tatchell mit Neill Blomkamps Alive in Joburg (District 9), Jesse Armstrong, Simon Blackwell, Armando Iannucci und Tony Roche mit Armando Iannuccis The Thick Of It (In The Loop) und Nick Hornby mit Lynn Barbers An Education

Best Animated Feature
Persönlicher Favorit: Coraline
Größte Erfolgchancen: Up
Außerdem nominiert: Fantastic Mr. Fox, The Princess And The Frog und The Secret Of Kells

Best Foreign Language Film
Persönlicher Favorit: Das Weisse Band (Deutschland)
Größte Erfolgschancen: Un Prophète (Frankreich)
Außerdem nominiert: El Secreto De Sus Ojos (Argentinien), Ajami (Israel) und The Milk Of Sorrow (Peru)

Unser Star für Oslo und Lena Meyer-Landrut

Film — SE am 06.03.2010 um 00:00 Uhr. Kommentare (4).

Ich bin ein großer Fan des Fernsehens. Sollte Jonas vor mir sterben, was ich zum jetzigen Zeitpunkt als sehr unwahrscheinlich erachte, lasse ich seine Beerdigung im Fernsehen übertragen. Meiner Meinung nach bietet Fernsehen solch großartige Möglichkeiten zur Darstellung von faktischer und fiktiver Wahrheit, dass ich am liebsten einen eigenen Sender hätte, den ich mit unglaublichen selbst produzierten oder aus Übersee gekauften Formaten füllen möchte.

Aus diesem Grund hasse ich, mal abgesehen von einigen Ausnahmen wie Neues aus der Anstalt, Poetry Slam und Nightwash, das deutsche Fernsehen. Wir können von Glück sagen, dass wir keine internationale beachtete Preisverleihung wie den Golden Globe haben. Es gäbe ein ziemlich peinliches Bild ab, wenn man zwei Jahre nach dessen Einstellung immer noch “Türkisch für Anfänger” als “Beste TV-Serie – Komödie” auszeichen müsste. Alle anderen nominierten Serien wären zwangsweise die annehmbaren Dorf-Krimis der Öffentlich-Rechtlichen.

Auf den restlichen Sendeplätzen sieht es natürlich nicht besser aus. Wenn ich in der Zeitung Berichte über die Sendungen von Will, Maischberger, Beckmann und Plasberg lese, wirken diese meist einfach nur relevanz-zuschusternd. Nie wird dort irgendetwas aufgedeckt, meist sind die Sendungen nicht einmal informativ. Wenn man es überspitzt ausdrücken will, kann man sagen, dass Gespräche über Politik und Gesellschaft, die ich mit meinen Freunden beim FIFA-Zocken führe, mehr Tiefe und ähnliche Tragweite haben.

Der Abgrund des deutschen Fernsehens liegt vom Niveau allerdings wesentlich tiefer: Im verfluchten Reality-Bereich. Und in diese Sparte ordne ich definitv auch die Casting-Shows ein. Ich würde mich mit damit gar nicht auseinandersetzen, aber diese Formate haben mittlerweile etwas ganz Erstaunliches geschafft. Sie sind in meinem Umfeld, welches von netz-realen Bekanntschaften aus Blogs und Twitter bis zu Kontakten an der Universität reicht und welches ich als überdurchschnittlich gebildet bezeichnen würde, ganz klar als Unterschichtenfernsehen gebrandmarkt. Trotzdem werden sie, selbstredend mit ironischem Unterton, geschaut. Das ist ein Phänomen, was in anderen Blogs natürlich auch schon ausufernd zu analysieren versucht wurde. Ich verurteile nicht das Anschauen an sich. Jeder soll seine Zeit totschlagen wie er es für richtig hält. Ich verurteile das Anschauen verbunden mit dem gleichzeitigen Versuch einer Rechtfertigung durch das Aufzeigen von für jeden ersichtlichen Fehlern und Unzulänglichkeiten dieser Sendungen. Dieses ehrliche Mitfiebern bei Deutschland sucht den Superstar und Bauer sucht Frau oder, viel schlimmer, ehrliche Auslachen vermeintlich dummer Menschen bei Frauentausch und Big Brother verbunden mit der immerzu nachgeschobenen Versicherung, dass man ja wisse, dass das alles nur gestellt sei. Es kotzt mich an. Entweder man schaut es sich sich an oder man schaut es sich nicht an. Aber was man definitiv nicht macht, ist, es sich anschauen und gleichzeitig zu versuchen sich über die eigentliche Zielgruppe, die man persönlich für die Unterschicht hält, zu erheben. Das ist ein Scheiß-Verhalten.

Wenn jetzt also eine Casting-Show, um endlich die Kurve zum Thema “Unser Star für Oslo” zu bekommen, ohne das oben beschriebene Scheiß-Verhalten von meinem Umfeld ernsthaft geguckt wird, kann es passieren, dass selbst ich mich überwinde und mal reinzappe. Gut, das kann nicht passieren, weil ich keinen TV-Anschluss besitze, aber es kann passieren, dass ich mir Videos zur Sendung im Internet ansehe.

Lena Meyer-Landrut heißt das glühende Sternchen, für das derzeit heißer geschwärmt wird als damals für die bereits verglühten Pauls Potts und Susan Boyle. Hundertmark schreibt bei Twitter “Ihr wollt doch alle nur Sex”. Gut, ja, stimmt. Jetzt gar nicht mal, weil sie gut aussieht. Zugegeben, sie sieht gut aus. Zumindest in den Videos, die Fotos in Zeitungen und Wochenmagazinen sind sehr unvorteilhaft gewählt. Vielmehr ist es ihre Art und ich gehe jetzt davon aus, dass es auch wirklich ihre Art ist, denn man kauft sie ihr ab oder besser gesagt ich kaufe sie ihr ab. Mit dieser Ausstrahlung würde ich ihr zutrauen, in Zusammenarbeit mit Markus Kavka, St. Burnster, Nora Tschirner und Charlotte Roche, die Musiksender zu retten.

Und ihre Song-Auswahl ist natürlich toll. Auch wenn ihre Interpretation von “Mouthwash” niemals an Kate Nash heranreichen wird. Auch, wenn Raab sagt, ihre Lieder seien unbekannt. In diesen Momenten scheint man dann wieder nicht zur Zielgruppe zu gehören. Ich kann Gesang nicht bewerten und ich weiß nicht, ob sie jetzt gut singt oder ob ich nur das Lied mag. Meist erkenne ich nur, wenn jemand schlecht singt, denn dann ruiniert die Person das Lied. Das hat Lena bisher nicht getan.

Mittlerweile bin ich soweit, und das muss man mir nach dem Abgesang in der ellenlangen Einleitung hoch anrechnen, dass ich mir eventuell “Unser Star für Oslo” bei der nächsten Ausstrahlung in der ARD ansehe, auch wenn ich wahrscheinlich mehrere Stressbälle aufgrund der Moderation zerstöre.

Ach, und Lena Meyer-Landrut, falls du das hier liest, ich rufe sogar für dich an. Allerdings nur, wenn du mich, Sven Erlenborn, in der Sendung grüßt. Hah! Man verzeihe mir diese Doppelmoral, ich bin halt doch nur eine Attention-Whore.

Insofern: GO LENA!

(Was ich im Fließtext nicht unterbringen konnte: Wieso läuft auf unser-star-fuer-oslo.de eigentlich englische Kitkat-Werbung?)

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