THE DARK KNIGHT gehört nicht zu den besten Filmen aller Zeiten. Er ist nur ein neuer Genre-Maßstab.

Film — SE am 23.08.2008 um 23:09 Uhr. Kommentare (0).

Es gibt mittlerweile nicht mehr viele Gründe ins Kino zu gehen. Independent-Filme oder Originalton-Fassungen werden in kleineren Lichtspielhäusern, die sich nur in Groß- und Universitätsstädten über Wasser halten können, gezeigt, politische Dramen, ausgeklügelte Thriller und originelle Biopics kann man sich besser ungestört daheim ansehen und nicht zuletzt kostet ein Abend im Cinestar, -plex oder -maxX oft mehr als der Süßigkeitenvorrat für einen Monat.

Ein Film muss zweierlei erfüllen um heute einen Kinobesuch zu rechtfertigen: Es ist vorhersehbar, dass der Film nur für den Zeitraum von zwei bis vier Monaten ein Gesprächsthema ist und eine große Leinwand sowie bombastischer Dolby-Surround-Sound müssen einen wesentlichen Teil zur Atmosphäre beitragen.

“The Dark Knight” erfüllt beide Bedingungen, es handelt sich schließlich nur um einen weiteren Film über einen weiteren Superhelden. Zumal “The Dark Knight” ja dank dem Tod von Heath Ledger in den Medien schon genug breit getreten wurde und jeder, obwohl Warner Bros. Pictures dankenswerter Weise nicht damit warb, noch ein letztes Mal den mit “Brokeback Mountain” Oscar-Nominierten sehen will. (Es ist nicht sein letzter Film, denn mit “The Imaginarium of Doctor Parnassus” soll 2009 noch ein weiterer mit ihm in der Hauptrolle anlaufen.)

Viele Kritiken zu “The Dark Knight” sind sich sicher, dass Ledger für seine schauspielerische Leistung postum den Oscar bekommt, den er bei der Verleihung 2006 an Philip Seymour Hoffman verlor. Und man will es gar nicht bestreiten, die Präsentation des Joker macht ihn zu einem der besten Gegenspieler des modernen Popcorn-Kinos und wird hoffentlich zu einem Umdenken bei zukünftigen Kassenschlagern führen. Ledger geht fließend von alberner Unbeholfenheit eines Charlie Chaplin oder Jack Sparrow in psychophatische Mordlust über. Man nimmt Ledger den Wahnsinn und die Unberechenbarkeit so sehr ab, dass man sich fast fragt, warum all seine Fallen tatsächlich zuschnappen, all seine Psycho-Spielchen aufgehen. In einigen Artikeln wurde Ledgers Joker mit Dr. Mabuse verglichen. Die Parallelen zwischen beiden Schurken existieren allerdings bereits seit der Comic-Vorlage, genau wie man sowohl Gotham City als auch die Bücher von Norbert Jacques als Kritik an herrschenden Verhältnissen sehen kann.

Der Film betont gerne, dass Joker ohne seinen Gegenspieler, Batman, gar keinen Existenzgrund hätte. Dieser bekommt in “The Dark Knight” Unterstützung von Staatsanwalt Harvey Dent und beide müssen im Film erkennen, dass ihre Absichten und Ideale nicht bedingungslos mit der Realität vereinbar sind. Hier hat der Film seine ersten Schwachpunkte.

Christian Bales Spiel ist im Gesamteindruck in jedem Fall gut, aber er schafft es nicht, einem die Zweifel Batmans richtig nahe zu bringen. Seine besten Szenen hat er als maskierter Held und natürlich in seiner Paraderolle als desinteressierter Wirtschafts-Playboy, mit der er 2000 in “American Psycho” seinen zweiten Durchbruch feiern konnte. Wenn Bruce Wayne allerdings im Keller über seinen Aufzeichnungen brütet und überlegt, wie er den Joker besiegen kann, spielt Sir Michael Caine, als Ratschläge gebender Butler Alfred, Bale immer wieder an die Wand.

Spoiler! Die Entwicklung, die Harvey Dent durchläuft, scheitert hingegen nicht an der Leistung von Aaron Eckhart, sondern am Drehbuch. Es vergeht einfach viel zu wenig Zeit zwischen seinem einschneidenden Schicksalsschlag und den darauf folgenden, bedingungslosen Racheakten. Seine Uneinsichtigkeit am Ende des Film wirkt nicht mehr glaubhaft. Spoiler!

Trotz dieser beiden Kritikpunkte schafft Christopher Nolan den ersten Superhelden-Film, den man uneingeschränkt empfehlen kann. “The Dark Knight” ist nicht eine weitere belanglose Präsentation von Effekt-Spielereien, sondern vereint opulente Action-Szenen mit einer durchdachten Hintergrundgeschichte. Nur ihn in die Riege der “besten Filme aller Zeiten” aufzunehmen, geht doch etwas zu weit.

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Musik — SE am 19.08.2008 um 12:42 Uhr. Kommentare (0).

Brown: Ich sag’ euch, worum’s in “Space Oddity” geht. Dieser Song handelt von ‘nem Typen, der den Sinn des Lebens erkennt. Das Ganze ist eine Metapher über die Sinn des Lebens.
Blonde: Das ist doch alles Unsinn. Es geht um ‘nen naiven Typen, der mit seinen Entdeckungen die Welt verändern will und als er erkennt, dass da nichts zu entdecken ist, bringt er sich um.
White: Na, das ist ja nur die Version für Kerle, die Schornsteinfeger antatschen.
Brown: Ihr habt doch alle keine Ahnung.
Joe: Toby? Wer zu Hölle ist Toby?
Brown: “Space Oddity” ist nicht die Geschichte irgendeines naiven Weltverbesserers, der verzweifelt aufgibt. Darum geht es in dem Song “Rock ‘N’ Roll Suicide”, doch das habe ich nie bestritten.
Orange: Vom wem ist denn “Rock ‘N’ Roll Suicide”?
Eddy: Du hast noch nie “Rock ‘N’ Roll Suicide” gehört? Das war doch ‘n Riesenhit von David Bowie. Du scheinst weder Radio zu hören noch fernzusehen, sonst hättest du’s bestimmt schonmal gehört.
Orange: Ich hab’ ja nicht gesagt, dass ich noch nie davon gehört habe. Ich hab’ ja nur gefragt, von wem das ist. Außerdem steh’ ich nicht so auf David Bowie.
White: Mir kann er auch gestohlen bleiben.
Blue: Mir haben seine ersten Titel gefallen. “Life on Mars?” zum Beispiel. Aber seit er mit “Let’s Dance” rauskam, stehe ich nicht mehr drauf.
Brown: Ey, ihr Typen bringt mich ja völlig aus dem Konzept. Tse. Ich wollte doch gerade was sagen. Wo war ich stehen geblieben?
Joe: Ach, Toby… Das ist doch diese kleine Chinesin. Wie war noch gleich ihr Nachname?
White: Was ist das?
Joe: Ach, das ist ein altes Adressbuch, das ich in einer Jacke gefunden hab’, die mir schon lange nicht mehr passt. Wie war bloß ihr Nachname?
Brown: Wovon zum Teufel hab’ ich gesprochen?
Pink: Du hast gesagt, “Rock ‘N’ Roll Suicide” handelt von einem naiven Weltverbesserer, der aufgibt, aber “Space Oddity” wäre eine Metapher über den Sinn des Lebens.
Brown: Richtig. Ich werd’ euch sagen, worum’s bei “Space Oddity” geht. Es geht da um ‘nen richtig erfolgreichen Macker, der führt ein großartiges Leben, fährt Gewinn auf Gewinn auf Gewinn auf Gewinn auf Gewinn auf Gewinn ein…
Blue: Wieviele Gewinne sind das?
White: Na reichlich…
Brown: Jedenfalls hat er eines Tages die Gelegenheit ins All geschossen zu werden und was er da sieht, haut ihn um. Er hat zum ersten mal die Gelegenheit, die Welt aus ‘ner anderen Perspektive zu sehen. Er kann sich von der weltlichen Scheiße befreien. Also er blickt so von oben auf unseren Planeten und er spürt etwas, was er noch nie gespürt hat. Erlösung. Endgültige Erlösung.
Joe: Hieß sie vielleicht Toby Chew?
Brown: Es ist vorbei. Es ist endlich vorbei. Es spürt Befreiung und das ist erstaunlich. Er hat vorher schließlich genug Erfolg gehabt, aber erst jetzt fühlt er sich frei. Er fühlt sich so frei, als wäre er nie auf der Welt gewesen. Das All erinnert ihn daran, wie kaputt ein Leben da unten eigentlich ist. Und daher heißt der Song “Space Oddity”.
Joe: Wong?
White: Gib’ das verdammte Ding endlich her…

URL-Wechsel

Randnotiz — SE am 14.08.2008 um 14:36 Uhr. Kommentare (0).

(Da ich heute meinen Webspace etwas aufgeräumt und umstrukturiert habe, ist Wordpress vom Verzeichnis “../wp/wordpress” in das Verzeichnis “../wp” gezogen.

Desweiteren ist der Blog jetzt in jeder Hinsicht über die Sub-Domain “http://sven.erlenborn.info” erreichbar, welche bisher nur auf das Blog weiterleitete. Auch einzelne Artikel lassen sich über diese Domain verlinken – zB http://sven.erlenborn.info/?p=50.

Sollte ich in eurer Blogroll auftauchen, bitte ich euch die URL entsprechend zu ändern.)

(Update 2:
Mithilfe eines IRC-Bekannten wurde jetzt im alten Pfad eine PHP-Datei gespeichert, sodass die Seite auch über die alte Adresse weiterhin funktioniert. Wenn’s keine Umstände macht, sollte aber in Zukunft trotzdem auf “http://sven.erlenborn.info” verlinkt werden, ua um die Suchergebnisse bei Google etc zu optimieren.)

(Update 3:
Den Blödsinn, dass der RSS-Feed neu abonniert werden müsse, gelöscht. Ich habe keine Ahnung von PHP. Es sollte jetzt alles funktionieren. Ich hoffe, ihr habt meine Unfähigkeit jetzt nicht alle mitverfolgt, sondern wundert euch heute abend, was ich hier für seltsame Dinge von mir gegeben habe.)

Musik — SE am 13.08.2008 um 16:40 Uhr. Kommentare (0).

Conor Oberst - dto.

Conor Oberst – dto.

Randnotiz — SE am 07.08.2008 um 13:03 Uhr. Kommentare (3).

(An der Philipps-Universität Marburg als ordentlich Studierender zum Wintersemester 2008/09 in den Fächern “Mathematik” und “Geschichte” zugelassen.)

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