27. Oktober 2009
“Die Ecke wird Dedê schießen, der Deutsch-Brasilianer mit der Rückennummer 12, der bereits seit 1998 für Borussia Dortmund aufläuft. Die letzte Ecke in diesem Spiel wohl, denn es ist bereits die sechste Minute der Nachspielzeit angebrochen. Dedê schießt, auf Valdez, der leitet weiter und da steht Barrios. LUCAS BARRIOS! MIT DEM KOPF INS LINKE ECK! ANSCHLUSSTREFFER FÜR DEN BVB. Aber da ist Schluss, Schiedsrichter Guido Winkmann pfeift ab. VfL Osnabrück macht die Sensation perfekt und zieht ins Viertelfinale des DFB-Pokal ein. Erst Rostock, dann den HSV, jetzt die Borussen, denen kein Vorwurf zu machen ist. Sie haben das Spiel dominiert, nur die Chancen-Verwertung lässt zu wünschen übrig. Morgen dann Schalke – 1860, Bremen – Kaiserslautern, Hoffenheim empfängt Koblenz und die Frankfurter Eintracht trifft auf den FC Bayern. Zurück ins Studio.”
Das war Zimmermann, live aus der Osnatel-Arena für Liberty Rock Radio 97.8, mein Name ist John Reilly und wir machen weiter mit Steve Marriot’s All Stars – Cocaine.
Jonas nippt an seinem Mangosaft.
“Warum hast’n das Spiel nicht live gezeigt?”
– “Der Fernseher is’ kaputt.”
“Nicht dein Ernst. Und morgen? Morgen spielt Bremen. Ich will Fußball gucken.”
– “Mit’n bisschen Glück ist er morgen wieder fit.”
“Mit’n bisschen Glück…”
– “Und du? Bin deine Anwesenheit an ‘nem Dienstag ja gar nicht gewohnt. Kein Serien-Fix heut?”
“Njach, hör mir auf. Die dreckigen Amis haben die Hälfte meiner Serien ausfallen lassen.”
– “Thanksgiving?”
“Thanksgiving ist im November…”
– “Was weiß ich denn…”
“Nix, deswegen bin ich ja da.”
Grinsend wartet er auf die Reaktion des King, doch der poliert unbeirrt weiter die Gläser.
“John Cleese wird heut 70.”
– “Der Typ hinter Monty Python?”
“Ja. Wobei – streng genommen – ist Monty Python eine Gruppe und alle Mitglieder gleichgestellt. Wie bei den Rolling Stones. Die hatten auch keinen Anführer.”
– “Klar. Mick Jagger.”
“Schwachsinn.”
– “Natürlich. Die Anderen waren doch gar nicht durchgehend in der Band. Bis aus Keith Richards.”
“Eben. Keith Richards.”
– “Ach, leck mich doch…”