Kommentar zum Atomausstieg

Aufklärung, Politik — SE am 22.02.2010 um 23:00 Uhr. Kommentare (0).

Jonas’ Selbstgespräche an der Theke des Graceland, gerichtet an den Tassen spülenden oder rauchenden, aber fast immer schweigenden King.

“Da hat der Röttgen, der Norbert, jetzt einen platzen lassen. Titten auf’n Tisch, hat er gesagt, Atomausstieg können wa machen, dauert bissl länger als damals eingeplant, aber bis 2030 haben wa 40 Prozent erneuerbare Energie und da braucht’s keine Meiler mehr, können alle weg. Sagt sogar der Bundesverband der Industrie und die sind ja nun wohl ma echt so ganz die Skeptischen und Ernsthaften und Top-Denker. Hat der Norbert gesagt. Jetzt rudert sein Ministerium schon zurück. Denn gleich als der Norbert das gesagt hatte, kamen der hessische Koch, den man ja kennt, weil seine Visage ‘nen bleibenden Eindruck hinterlässt, und der württembergische Mappus, den man ja außerhalb von BaWü eher nicht so kennt, es sei denn, man will, die beiden kommen also und sagen Nee Nee Nee, können wa auf gar keinen Fall abschalten, weil die Kraftwerke, die können ja eine Million pro Tag bringen, eine Million. Dass die besonders bedrohten Kraftwerke, also das bei Biblis und das bei Neckarwestheim, ausgerechnet in Hessen und Baden-Württemberg stehen, war ja eigentlich klar. Es geht also nicht um irgendeine Million pro Tag, sondern um die Million pro Tag, die zum Beispiel der Koch braucht, um noch ‘nen paar KiTas zu schließen. Und was der Mappus mit dem Geld dann doch nicht macht, weiß ich nicht, weil den kennt ja eh keiner. Aber, schieben die beiden dann doch nach, man könne ja ‘nen Teil des Geldes in die Erforschung von erneuerbaren Energien stecken. Nee Nee Nee, sagt jetzt wieder der Röttgen, das sei bestimmt verfassungswidrig und so, und dann kommt noch jemand, unzwar der Regierungssprecher Wilhelm, und sagt Blödsinn, er habe da keine Bedenken. So richtig sicher sind sich da beide scheinbar nicht, aber die haben ja auch nur Jura studiert. Und irgendwann schlurft dann letztendlich und natürlich auch die Merkel in die Szene, ganz leise, denn Titten auf’n Tisch ist so gar nicht ihr Ding, obwohl sie als einzige welche hat, und merkt so ganz dezent an, dass man doch jetzt mal ruhiger machen solle und das stehe ja auch alles im Koalitionsvertrag, wie wir, sie sagt ja immer wir, das handhaben wollen. Man muss ja auch mal gucken, wegen Versorgung und Umwelt, weil Kohle ist ja eigentlich genauso scheiße wie Atom, und den Preisen, dass die Preise in Deutschland so teuer sind, weil vor allen die Steuern höher sind als in anderen Ländern, blendet sie mal aus. Wobei, die Steuern will ich gar nicht schlecht reden, denn angeblich geht das Geld ja in die Förderung erneuerbarer Energien. Aber diese Beschwichtigung wirkt schon wieder wie: Auf irgendwas einigen, wo man dann schon 2030 für gerade stehen muss, ist ja auch eher so blöd. Schieben wir das Problem doch auf die nächste Legislaturperiode, obwohl, dann sind die, also wir, Deppen bestimmt immer noch alle an der Macht.”

Die BDI-Studie, auf die sich Bundesumweltminister Norbert Röttgen bezieht, findet ihr hier. Bei einem vollständigen Atomausstieg bis 2030 würden die Atomkraftwerke Biblis A in Hessen und Neckarwestheim 1 in Baden-Württemberg nur fünf bzw. sechs Jahre eher geschlossen als bei der derzeit von CDU, CSU und FDP überwiegend angestrebten Laufzeitverlängerung auf 60 Jahre. Laut dem deutschen Atomgesetz (AtG), welches eine Befristung der Regellaufzeit auf 32 Jahre vorsieht, hätten Biblis A und Neckarwestheim 1 bereits 2007 bzw. 2008 geschlossen werden müssen. Schweden ist bereits von seinem Atomausstieg zurückgetreten. Die osteuropäischen Staaten planen auch langfristig keinen Atomausstieg.

Ähnliche Themen:
[Wortgefecht] Kommentar zum Atomausstieg vom 08. Juli 2008.

Videospiele 2000-2009

Videospiele — SE am 19.02.2010 um 20:00 Uhr. Kommentare (3).

Einfach so, um’s mal festzuhalten.

2000:
Baldur’s Gate II
Counter-Strike
Deus Ex
Diablo II
No One Lives Forever
Pokémon: Gelbe Edition
The Legend of Zelda: Majora’s Mask
The Sims

2001:
Black & White
Devil May Cry
Final Fantasy IX
Gothic
Grand Theft Auto III
Halo: Combat Evolved
Max Payne
Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty
Pokémon: Goldene Edition
Return to Castle Wolfenstein
Super Smash Bros Melee
Wiggles

2002:
Animal Crossing
Anno 1503
Battlefield 1942
Final Fantasy X
Gothic II
Grand Theft Auto: Vice City
Jedi Knight II: Jedi Outcast
Mafia
Medal of Honor: Allied Assault
Medieval: Total War
Metroid Prime
Splinter Cell
The Elder Scrolls III: Morrowind
WarCraft III: Reign of Chaos

2003:
Call of Duty
Knight of the Old Republic
Max Payne 2: The Fall of Max Payne
Pokémon: Rubin Edition
Prince of Persia: The Sand of Time
The Legend of Zelda: The Windwaker

2004:
Grand Theft Auto: San Andreas
Half-Life 2
Halo 2
Metal Gear Solid 3: Snake Eater
Metroid Prime 2: Echoes
Ninja Gaiden
Rome: Total War
World of WarCraft

2005:
Battlefield 2
Call of Duty 2
Civilization IV
God of War
Guitar Hero
Mario Kart DS
Resident Evil 4

2006:
Gears of War
Guitar Hero II
FIFA 2007
Final Fantasy XII
New Super Mario Bros
The Elder Scrolls IV: Oblivion
The Legend of Zelda: Twilight Princess

2007:
Assassin’s Creed
BioShock
Call of Duty 4: Modern Warfare
God of War II
Half-Life 2: Episode Two
Halo 3
Mass Effect
Pokémon: Perl Edition
Portal
Rock Band
Super Mario Galaxy
Team Fortress 2
Uncharted

2008:
Grand Theft Auto IV
Fallout 3
FIFA 2009
Left 4 Dead
Little Big Planet
Mario Kart Wii
Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots
Mirror’s Edge
Prince of Persia
Rock Band II
Super Smash Bros Brawl
World of Goo

2009:
Anno 1404
Assassin’s Creed II
Call of Duty: Modern Warfare 2
Dragon Age Origins
Empire: Total War
FIFA 2010
Grand Theft Auto: Chinatown Wars
New Super Mario Bros Wii
Uncharted 2: Among Thieves

Randnotiz — SE am 15.02.2010 um 18:00 Uhr. Kommentare (3).

Aus dem Archiv: Medien

Randnotiz — SE am 12.02.2010 um 15:00 Uhr. Kommentare (0).

Zeitungskolumnen statt eigener Meinung. Newsticker statt eigener Probleme. Weblogs statt eigener Gedanken. Podcasts statt eigener Stimme. Chats und Foren statt eigener Freunde. Videospiele statt eigener Ziele. Filme und Fernsehserien statt eigener Erfahrungen. Sitcoms statt eigener Anekdoten. Musik statt eigener Gefühle. Bilder statt eigener Erinnerungen. Werbung und Prospekte statt eigener Erwartungen. Bücher statt eines eigenen Lebens.

(Erstmals gebloggt am 26. April 2007 auf GJ.net)
(Reblogged am 05. März 2008 auf sven.erlenborn.info)

Jonas’ Wohnung

Graceland — SE am 08.02.2010 um 20:00 Uhr. Kommentare (1).

Zweihundert Zentimeter lang, neunzig Zentimeter breit ist die Matratze, das Komfortmaterial, Polyesterwattierung, sorgt für bequemes Liegen auf sehr weichem Untergrund, Taschenfedern aus Stahl stützen den Körper punktgenau und die Konstruktion dieser Federn fördert die Durchlüftung und damit ein behagliches Schlafklima. Die Matratze liegt auf einem flexiblen Holzrahmen in einem Stahlbettgestell mit schwarzer Pulverbeschichtung auf Epoxidharzbasis. Etwa sieben Zentimeter länger und fünf Zentimeter breiter als die Matratze ist das minimalistisch gehaltene Bettgestell und die Gesamteinheit aus Matratze, Rahmen und Gestell ist exakt so hoch, dass Jonas bei gerader Körperhaltung auf dem Rand sitzend die Füße auf den Boden stellen kann, also etwa vierzig Zentimeter. Die Bettdecke mit Karosteppung, die ein Verrutschen der Entenfedern und -daunen verhindert, und das Kopfkissen sind beide aus einhundert Prozent atmungsaktiver Baumwolle und bezogen mit weinroter Bettwäsche aus dem gleichen Material. Das Bett steht in der südöstlichen Ecke des exakt zwanzig Quadratmeter großen Zimmers. Jonas wechselt die Position und knurrt schlaftrunken, weil dabei ein Bein unbedeckt bleibt und zurück in die geballte Kuscheligkeit gezogen werden muss.

Links neben dem Bett und Jonas’ Kopf, an der Ostwand, befindet sich ein kleiner, weißer, durch Rollen an den Fußenden beweglicher Ablagetisch auf dem, neben der Taschenbuchausgabe von Thomas Manns “Buddenbrooks”, ein 0,2 Liter fassendes Glas gefüllt mit Wasser ohne Kohlensäure und ein würfelförmiger, silberner Funkwecker mit Zeit- und Temperaturanzeige in schwarzen Zahlen auf grau-grünem Grund sowie Snooze- und Leuchtfunktion steht. Es ist 06:00 Uhr morgens und 19,2°C warm. Der Wecker klingelt.

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