Samstag, zwei Tage bis zum Studienbeginn
Eigentlich waren die letzten Stunden Zeitverschwendung gewesen. Der Baulärm klang als würde er aus dem Nebenzimmer kommen, die genaue Quelle ließ sich nicht bestimmen. Die Schlagbohrer und Kreissägen und über den Boden geschleifte Rollen Belag und selbst fallen gelassene Nägel oder Schrauben, alles war furchtbar laut und der Schall schien mit jedem durchquerten Raum bis zu seinem Ohr ein weiteres Echo entstehen zu lassen. Der Schlaf war nicht mehr erholsam gewesen, eher ein ewiges Erwachen um den Kopf einmal mehr fest ins Kissen und unter die Decke drücken.
Also stand er auf.
Vom Vortag waren noch einige Bissen Pizza übrig. Er brachte den Karton mit der italienischen Flagge und dem selbstzufriedenen Bäcker drauf in die Küche, kochte Wasser für den Cappuccino und steckte sich eine Zigarette an.
“Gestern war so gutes Wetter und heute versinken die Hügel im Nebel”, dachte er, als er zum Fenster raus und auf die Appartements zwischen den dicht stehenden Bäumen an den Hängen blickte. Aber es war ja erst Morgen. Oder auch nicht. Der Wind verhielt sich unentschlossen. Er bließ weder kalt in die Küche hinein, noch sog er den Rauch aus dem kleinen Zimmer raus und so standen die klebrig-blauen Schwaden vor seinem Gesicht.
Im Tatort gestern ging es um Sterbehilfe.
Er biss in die kalten Pizzastücke, trank in kleinen Schlücken den Cappuccino und beobachtete einen schwarzen Vogel, der in einem riesigen Nadelbaum von einem Ast zum anderen hüpfte.
2 Comments »
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du rauchst? o_O
Dazu nehme ich nicht gerne Stellung.
Du hast schon in persona kennengelernt und soweit ich mich erinnere, habe ich keine Zigaretten geraucht.
Du musst jetzt entscheiden, welcher Quelle du eher vertraust.